Wir trauern um unsere Vereinschefin                           Andrea Bernhardt                                          geb. 19. Januar 1966                                        gest. 23. Oktober 2018

Plötzlich und für uns alle immer noch unfassbar, ist unsere Vereinschefin Andrea

am 23. Oktober 2018 mitten aus ihrem Leben gerissen worden.

Andrea war der Kopf und das Herz unseres Vereins.

Alles was wir in den Jahren der Feather Dancers erlernen und erleben durften, 

haben wir ihr zu verdanken.

Es waren wunderschöne Jahre. Viele schöne Momente haben wir mit ihr erleben dürfen. Sie werden uns prägen und in uns weiterleben.

Der Schmerz ist unendlich groß, der Verlust kaum zu verstehen.

 

Wir möchten an dieser Stelle die Rede unseres Ehrenmitgliedes Bernd Budich,

die er zur Trauerfeier von unserer Andrea am 3. November vorlas, veröffentlichen.

Alles was in dieser Rede gesagt wurde, spiegelt Andrea wider, so wie wir sie kannten und liebten.

 

 

Lieber Reiner, liebe Familie Bernhardt, ihr alle!

 

„Das Kostbarste, was der Mensch besitzt, ist das Leben.

Es wird ihm nur einmal gegeben.“

 

Eigenartigerweise tauchte sofort dieser Gedanke in mir auf.

Es geht noch weiter: „Und leben soll er so, dass nicht sinnlos vertane Jahre ihn schmerzen, und das nicht die Scham um eine schäbige und kleinliche Vergangenheit ihn brennt … .

 

In den letzten Tagen habe ich an keinen Menschen so oft gedacht wie an Andrea.

Und diese Gedanken, Bilder, Töne schieben sich einfach so in den Kopf – und ich lausche, sehe und denke – ich lass die Tränen raus, muss schmunzeln, sage Scheiße und suche den Anker.

 

Andrea hat es geschafft.  

Bei uns allen. 

Sich in unsere Herzen zu graben.

 

Durch ihre ungezwungene Freundlichkeit, ihre charmante

Direktheit und ihre einnehmende Herzlichkeit.

 

Andrea ist schon das Zentrum unseres kleinen Familien- Kosmos.

Ob das nun die Bernhardtsche oder Feather-Dancersche ist.

Oft sind die Grenzen fließend.

 

Wie ich mir das vorstelle?

Andreas Küche ist riesig.

Andrea kocht für Reiner und alle.

Video läuft mit neuer Tanzchoreografie.

Andrea shufflet, step-lockt, behind-side-crosst zwischen

Herd, Spüle, Kühlschrank und Video.

Das Telefon klingelt, ein Line-Dance-Jünger fragt nach den

Schritten vom Black-Coffee.

Andrea spricht gleich noch den nächsten Auftritt ab.

Hut ist Pflicht!!!

Dann klingeln Vivian, Lilly, Leon und Luca – Oma, Omaaa … .

Davor und dahinter liegen anstrengende Arbeitsstunden –

und Andrea arbeitet gerne, gerne sinnvoll und gerneorganisiert.

 

Ich erinnere mich, wie sie so leichtfüßig über ihr Zielerzählte,

den Mitarbeiterinnen bei der Sportartikelfirma

eben diese Arbeitsweise so peu-a-peu beizubringen.

 

Einfach gelebter Chef, also hier natürlich Chefin.

 

Ihr Feather-Dancer wisst das am besten:

„Das haben die Chefs gesagt!!!“

 

Und Reiner dann: „Frach de Chefin!!!“

„Die Chefin will`s so!“

 

Und die Chefin gibt die Richtung vor:

Shuffle, Grapevine, Step-lock-Step, Coaster Step, behind-side-cross, kick-kick.

Wenn es sein muss, auch spiegelverkehrt.

Es ist unglaublich, wie viel Tänze Andrea auf Knopfdruck abrufen konnte.

 

Wirklich unglaublich!!!

 

Andrea ist Sternzeichen Steinbock.

Das Sternbild Steinbock ist das kleinste Tierkreissternbild

– die Sonne wandert auf ihrer jährlichen Bahn durch das Sternbild.

Bei Andrea gefühlt täglich.

 

Sobald der Steinbock sein Ziel fest im Blick hat, setzt er jeden Hebel in Bewegung,

um dorthin zu gelangen.

Line-Dance ist halt Andrealin-ientreue.

 

Ein Steinbock gönnt sich erst dann Ruhe,

wenn er sämtliche Tagesaufgaben erledigt hat.

Ansage Andrea: Wir machen noch mal den Einmarsch!

 

Steinböcke sind durch und durch Realisten sowie exzellente Gesprächspartner.

Wer ihm ein X für ein U vormachen will, ist beim Sternzeichen Steinbock

schlichtweg an der falschen Adresse.

 

Andrealike: Komm, ich mach`s selber.

 

Ihr Lieben, der Tod kann uns von einem Menschen trennen, der zu uns gehört.

Aber er kann uns nicht nehmen, was uns mit ihm verbindet.

 

Und das ist die Freude am Tun was ihr am liebsten tut.

 

Es kann sein, dass das Wort Vermächtnis zu groß ist, aber:

Ich denke, Andrea würde es gern sehen, dass ihr – wir – weitermachen,

nicht nachmachen – aber weitermachen!

Und das wir gut aufeinander im Miteinander achtgeben.

 

Am Abend mancher Tage - da stimmt die Welt nicht mehr.

Irgendetwas ist zerbrochen, wiegt so schwer.

Und man kann das nicht begreifen. Will nichts mehr sehn.

Und doch muss man weitergehn.

Am Abend mancher Tage - da wirft man alles hin.

Nun scheint alles, was gewesen, ohne Sinn. Und man lässt sich einfach treiben.

Starrt an die Wand. Nirgendwo ist festes Land.

Gib nicht auf, denn das kriegst du wieder hin.

(Werther Loose mit „Lift“)

 

Der Lebensweg von unserem lieben Menschen Andrea ist beendet.

Unser Herz ist erfüllt von Schmerz,

aber auch voller Dankbarkeit,

weil wir Wegbegleiter sein durften.

 

Ich glaube Andrea möchte, wenn wir an sie denken, dass wir nicht traurig sind,

dass wir von ihr erzählen und auch dabei lachen sollen.

Letzteres konnte sie gut.

Lassen wir ihr immer einen Platz zwischen uns, so wie es immer war.

 

Brücke.

 

Restart.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© The Feather Dancers